Projektübung (Studio 1)

Putzpoesie
Hans Gangoly · Sarah Posch
Typology: Education

Auf dem Plan ist Putz ein dünner Strich. Mit ebendieser Form der Lieblosigkeit wird er auch auf der Baustelle behandelt, Putz als glatte Wand. Auf vielen Millionen Quadratmetern, Innen und Außen. Dabei ist Putz an Vielfältigkeit kaum zu übertreffen. Aus den drei Rohmaterialien Sand, Kalk und Wasser zu einem Gemisch vermengt, wird der Putz auf die Wand aufgetragen, bleibt haften, bindet ab und wird steinhart. Seit tausenden von Jahren und überall auf der Welt. Doch jeder Sand ist anders, daher gibt es so viele Putze wie Sande. Und noch mehr, denn die Technik des Auftragens kommt noch hinzu und erweitert das Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten.

Der Vielfalt an Putzen wollen wir einen Ort geben, das Putzatelier. Die Funktionen Werkstatt, Ausstellung, Vermittlung, Verwaltung finden auf rund 1.000 m² Platz. Verortet ist das Putzatelier in Graz, südlich des WKO Campus. Wo es mit dessen Lehrwerkstätten auch einen inhaltlichen Zusammenhang gibt.

Die Qualität der Ausführung wird beim Verputzen maßgeblich von den Handwerker*innen bestimmt. Deshalb wollen wir uns im Rahmen von zwei Workshops Wissen aneignen und eine explorative Praxis das Semester hindurch beibehalten. Eine Exkursion in die Schweiz gibt uns die Möglichkeit, anhand von historischen und aktuellen Beispielen Putze zu begreifen und zu analysieren.

 

Verpflichtende Wahlfächer:
147.807 AK Gebäudelehre
147.813 Funktion & Typus im Architekturentwurf

 

Programmvorstellung: Mittwoch, 29.09.2021, ab 13:00

Fragebeantwortung: Mittwoch, 29.09.2021, 15:30-16:30

Kursanmeldung: Donnerstag, 30.09.2021, 14:00


 

Projektübung (Studio 2)

Education of an Architect - A (counterintuitive) point of view
Andreas Lechner · Tobias Gruber
Typology: HousingHybrid

In dieser Projektübung bearbeiten wir ein Grundstück mittlerer Größe zwischen der Grazer Mariatroster Straße und der Hilmteichstraße auf dem sich ein eingeschossiger Zweckbau aus den 1980er Jahren mit Tiefgarage befindet. Infrastrukturell hervorragend erschlossen, finden sich hier Wohn-, neben Gewerbe- und Villenbauten. In verschiedensten Größen und Zuschnitten bildet diese vorstädtisch lockere Bebauungsstruktur aber nur durch Nachverdichtung ein sinnvolles zukunftsfähiges Stadtszenario aus, das wir anhand und auf dieser Bauwirtschaftsimmobilie entwickeln wollen. Allerdings begegnen wir dieser baulichen Form ohne konkretes Programm oder vorgefertigten Nutzungsvorstellungen. Als Ausgangspunkt für unsere Entwurfsdialoge nehmen wir vielmehr bekannte Strategien zur formalen und räumlichen Vervielfältigung der vorhandenen Elemente und Bauteile zur Hand, die wir eingehend rekapitulieren. Dadurch werden wir konventionell-funktionale Problemstellungen umdrehen und uns zunächst der abstrakteren Elemente und Prinzipien architektonischer Komposition widmen. Diese werden dann mit dem konkreten Kontext des Grundstücks und seiner vorhandenen, baulichen Ressourcen wieder überlagert und plausibel weiterentwickelt. Dieses Entwurfsszenario entwickelt „kontraintuitive“, d.h. nicht marktübliche Typologien, weil sie auf der baulichen Transformation kommerzieller, automobilbasierter Zweckbauten beruhen, die sie in Richtung verantwortungsbewusster „Life-Cycles“ um- und weiterdenken. Im Gegensatz zur kultur- und statusbewussten Architekturkultur der Stadt liefert der Trash der Vorstadt ungleich größere Menge an transformativen Rohstoffen für zukünftige und leistbare Raumprogramme.

 

Verpflichtende Wahlfächer:
143.813 Architekturkritik
147.811 Angewandte Methoden im architektonischen Entwerfen

 

Programmvorstellung: Mittwoch, 29.09.2021, ab 13:00

Kursanmeldung: Donnerstag, 30.09.2021, 14:00

 

 


 

Entwerfen 1

Chiringuito familiar
Hans Gangoly · Gernot Reisenhofer · Georg Dornhofer · Emilian Hinteregger
Typology: Recreation

Der Grazer Augarten unterliegt seit einigen Jahren einem Transformationsprozess vom klassischen Park des 19. Jahrhunderts hin zu einem Freizeit- und Aufenthaltsort des 21. Jahrhunderts, der facettenreich von unterschiedlichsten Alters- und Gesellschaftsschichten genutzt wird.
Seine Lage direkt an der Mur und auch die landschaftlichen Eingriffe der letzten Jahre machen dort die Wasserebene in der Stadt erlebbar und geben dem Augarten so ein Alleinstellungsmerkmal.
Eine für Graz einzigartige Atmosphäre.
Die Entwurfsaufgabe des Chiringuitos soll Teil dieser Entwicklung sein und zielt auf ein Gebäude ab, in dem entspanntes Essen und Trinken ebenso Platz haben wie Kinder, die sich den Ort spielerisch aneignen können. Der Bezug zu Grünraum und Wasser, das Schaffen nutzungsoffener Räume mit unterschiedlichen Qualitäten und die Überlagerung von Funktionen ohne deren gegenseitigen Beeinträchtigung werden uns ebenso beschäftigen, wie die Frage nach qualitätsvoller Freizeitgestaltung in der Stadt.

 

Kursanmeldung: 01.10.2021,11:00

LV-Start: 07.10.2021


 

Workshop 1

Raum für Kontemplation
Sarah Posch
Typology: Analysis

Der Begriff Kontemplation beschreibt ein Konzept einer auf Erkenntnis ausgerichteten Verhaltensweise. Entsprechende Haltung und Lebensweise, wie Reflexion, verweilen sowie inne halten, gehen damit einher. Das Bewusstsein richtet sich nicht auf die Außenwelt, sondern auf das eigene Innen- und Gefühlsleben. Was für einen Raum braucht es, um dieses Bestreben zu unterstützen?

Der einwöchige Workshop bietet die Gelegenheit, sich mit dieser überschaubaren Entwurfsaufgabe auseinanderzusetzen. Jenseits eines determinierenden Funktionalismus steht bei dem Entwurf das Gefühl für Raum, Ästhetik und Stofflichkeit im Zentrum. Lichteinfall, Proportion, Materialität bilden die architektonischen Mittel. Anhand eines architektonischen Modells wird der Raum-Entwurf entwickelt. Durch das Experimentieren mit Materialien und Oberflächen im Modell soll eine ansprechende räumliche Spannung und Atmosphäre erzeugt werden.

In einem weiteren Schritt werden diese Modelle fotografisch in Szene gesetzt, um zu einer spezifischen Art der Architekturvisualisierung zu gelangen. Das Bild und das architektonische Modell dienen als Werkzeuge, um Raumqualitäten zu analysieren und den eigenen Entwurf zu kommunizieren und in Szene zu setzen.

 

Kursanmeldung: Freitag, 01.10.2021, 9:00

LV-Start: 29.11.2021


 

AK Wohnbau

Die Schwelle im Wohnbau
Tobias Gruber
Typology: Housing

Die Schwelle – als räumlicher Abschnitt begriffen – ist Zwitterwesen und No-Man’s-Land zugleich.

Weder ihre bauliche noch ihre begriffliche Definition ist klar zu fassen und bleibt bestenfalls diffus.

Ihre Unschärfe bietet aber gerade für die Gestaltung im „übergenormten“ Wohnbau fruchtbaren Boden. Als Schnittstelle verhandeln Schwellenräume das Verhältnis zwischen Innen und Außen sowie Privat und Öffentlich und werden durch den Einsatz bedeutungsstiftender und raumbildender Bauteile gestützt. Vom Abstandsgrün bis zur Zarge sind sie Möglichkeitsräume, die das „Sowohl-als auch“ fördern und soziokulturelle sowie gesetzliche Grauzonen ausloten können.

Das Seminar wirft einen Blick in die kulturelle Welt von Ein-, Aus-, Durch- und Übergangsräumen und beschäftigt sich mit Hintergründen und Bedingungen, die zu heutigen Konventionen und Raumauffassungen geführt haben.  Anhand von Fallstudien und durch die Recherche von banalen und komplexen Referenzen soll ein bunter Katalog entstehen, der den Studierenden ein entwerferisches Werkzeug in die Hand gibt, um Wohnbereiche erweitern und ihre Grenzen anders denken zu können.

 

Kursanmeldung: 20.09.2021, 9:00

LV-Start: 22.10.2021


 

Architektur Visualisierung


Emilian Hinteregger · Helmut Peßl
Typology: Analysis

Das Abstrakte und noch nicht visuell Erfassbare in Bildern sichtbar zu machen ist ein grundlegender Prozess in der architektonischen Praxis. Dieses „Visualisieren” von Architektur stellt eine entscheidende Kommunikations- und Präsentationsmöglichkeit für die Projektvermittlung dar, dient aber genauso der kritischen Selbstreflexion und eigenen Überprüfung im Entwurfsprozess.

Die Darstellung hilft die individuellen Qualitäten des eigenen Entwurfs besser zu verstehen, weiter zu schärfen und für andere zugänglich zu machen. Dafür ist die grundlegende Auseinandersetzung mit Darstellungsarten und -techniken, Bildkomposition und Atmosphäre ebenso notwendig wie die Schulung des kritisch-analytischen Blicks auf unterschiedlichste Architekturvisualisierungen.

In der Lehrveranstaltung werden atmosphärische und pointierte Visualisierungen angefertigt, die dem Entwurf auch im Sinne eines Gesamtkonzepts entsprechen. Mit simplen Techniken und eigener Sprache sollen so Bilder fernab von fotorealistischen Renderings entstehen, die es vermögen die Architektur nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar zu machen.

 

Kursanmeldung: 20.09.2021, 9:00

LV-Start: 29.10.2021



Sommersemester 2021




Wintersemester 2020/21




Sommersemester 2020




Wintersemester 2019/20




Sommersemester 2019




Wintersemester 2018/19




Sommersemester 2018





Wintersemester 2017/18





Sommersemester 2017




Wintersemester 2016/17




Sommersemester 2016




Wintersemester 2015/16




Sommersemester 2015




Wintersemester 2014/15



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