Entwerfen Master (Studio 1)

Club Oase
Hans Gangoly · Emilian Hinteregger
Typology: Recreation

Wir wollen uns in diesem Semester befreien!

Wir befreien uns von den Mühen der herkömmlichen Vollzeit-Erwerbsarbeit und ersinnen eine zukünftige, andersartige Gegenwelt in der die zusätzlich gewonnene Muße und Freizeit einen architektonischen, räumlichen Rahmen finden soll.
Wir denken an einen eskapistischen Ort, an Räume, die dezidiert für Freizeit, Genuss und Amüsement entworfen werden, und die nichts mit leeren, gesichtslosen Multifunktionshallen zu tun haben. 

Wir befreien uns von der Vorstellung eindimensionaler Funktion und denken an hybride Nutzungskonstellationen, die Synergien eingehen und sich gegenseitig atmosphärisch beeinflussen und prägen. Der Club ist dabei unser Fixpunkt. Musik, Tanz und Ausdruck stehen hier im Vordergrund. Welche Funktionen lassen sich damit kombinieren, verweben, kontrastieren? Wie funktionieren die zeitlichen und räumlichen Übergänge dazwischen? Welchen Charakter erlangt der Club durch dieses Gegenüber von anderen Nutzungen?

Wir befreien uns von dem Zwang, eine schützende Außenhülle zu planen und nutzen dafür das Potenzial der alten Remisenhalle in der Steyrergasse. Als Schlussstein des Stadtquartiers „Oase Stadt“ aus dem vorhergehenden Semester, soll der Club in dieser bestehenden Hülle seinen Platz finden. Die räumliche Ausformulierung und Gestaltung dieser Innenräume mit Material, Farbe und Licht werden ebenso maßgebend für die Identität des Clubs sein, wie der Umgang mit der bestehenden Bausubstanz.

Wir entwerfen mit dem „Club Oase“ eine neue Idylle!

 

Programmvorstellung: Mittwoch, 27.09.2022, ab 9:00 im HSI (Rechbauerstraße 12, Tiefparterre)

Kursanmeldung: Donnerstag, 28.09.2022, 15:00 – 28.09.2022, 23:59

 


 

Entwerfen Master (Studio 2)

Mixed-Use Multi-Form
Andreas Lechner · Elisabeth Koller
Typology: Hybrid

Dieses Masterstudio widmet sich Gewerbe- und Einzelhandelsimmobilien, wie sie in den letzten Jahrzehnten bundesweit auf der grünen Wiese errichtet wurden. 

Wir werden fünf typische Liegenschaften in Teams bearbeiten und Umbauszenarien entwerfen, die den durchwegs monofunktionalen Gebäudebeständen mit stärker kreislaufwirtschaftlichen Ansätzen begegnen. Dafür werden wir Räume, Nutzungen und Aufenthaltsqualitäten in den Innen- und Außenbereichen mit unterschiedlichen architektonischen Strategien vervielfältigen und in Richtung positiverer Energie-, Lebenszyklus- und Sozialbilanzen denken.

Die Entwürfe werden auf strategischen Mischungen aus verschiedenen Eingriffen basieren – Umbau, Teilabbruch, Stapelung, Neubau und Überlagerung – und werden Potenziale zur Aktivitäts- und Attraktivitätssteigerung dieser Liegenschaften aufzeigen. Auch wenn nicht übersehen werden darf, dass viele dieser stereotypen Bebauungen versiegelte Hypotheken verfehlter Raum- und Gemeindeplanungen darstellen (und zumeist nur Abbruch, Recycling und Renaturierung sinnvoll erscheinen), wollen wir dennoch Möglichkeiten zur umfassenden Weiterentwicklung dieser Zweckbauten mit Parkplätzen ausloten.

Denn die eine oder andere Liegenschaft könnte durch architektonische Expertise – d.h. durch technologisches, soziales und ästhetisches ‚Upcycling‘ – nicht nur ihren Lebenszyklus verlängern, sondern auch zu einer tatsächlich nachhaltigen, d.h. identitätsstiftenden Bereicherung des kommunalen Lebens ihrer Standort-Gemeinde werden.

 

Programmvorstellung: Mittwoch, 27.09.2022, ab 9:00 im HSI (Rechbauerstraße 12, Tiefparterre)

Kursanmeldung: Donnerstag, 28.09.2022, 15:00 – 28.09.2022, 23:59


 

Entwerfen 1

Die 2. Reihe
Hans Gangoly · Eva Sollgruber · Tobias Gruber · Georg Dornhofer

Typology: Housing

„Die ‚bessere‘ Wohnung beansprucht ein ganzes Haus allein für sich, die ‚schlechtere‘ ist neben, unter und über anderen Wohnungen lediglich Bestandteil eines Hauses.“1 

In seiner Persiflage aus dem Jahr 1979 karikiert der amerikanische Architekt und Theoretiker Stanley Tigerman das Einfamilienhaus der Vorstadt als „The Best Home of All“. Trotz der Ironie seiner Darstellungen besteht auch heute kein Zweifel daran, dass sich das Haus im Grünen als Wohnideal und Familientraum ungebrochener Beliebtheit erfreut. Dennoch ist das Einfamilienhaus über die Jahre stark in Bedrängnis geraten und wird als wenig zukunftsweisende Typologie betrachtet. Dem größten Kritikpunkt, seiner geringen Dichte², wird heute vielfach mit Abriss und Neubau großkörniger Mehrfamilienhäuser eine ebenso monotone und wenig nachhaltige Lösung entgegengestellt.

Deshalb eröffnen wir dieses Semester die 2. Reihe, erweitern auf einem ausgewählten Grundstück in der Grazer Vorstadt ein Einfamilienhaus um ein zweites Haus im Garten. Wer wird dort wohnen? Wie wird gewohnt, gearbeitet, gelebt? Wie und woraus wird gebaut?

Architekt:innen haben das Haus als Archetyp des Wohnens immer wieder zur Spielwiese ihrer Ideen erklärt und über die Grenzen der Konvention hinweggetrieben. Gibt es auch heute noch Möglichkeiten diese Typologie weiterzuentwickeln? Wir werden sehen…

 

1Weiß, Klaus-Dieter: Grenzenloses Wohnen. Zwischen Wohnung, Haus und Stadt, in: Bauwelt Fundamente 64, Conrads, Ulrich (Hg.): Abschied von der Postmoderne. Beiträge zur Überwindung der Orientierungskrise, Braunschweig 1987.
2Würde man sämtliche Bewohner Österreichs auf alle bestehenden Einfamilienhäuser verteilen, kämen man nur auf 4 Bewohner pro Haus. Vgl. Mayer, Katharina u.a. (Hg.): Boden für Alle, Wien 2020, S. 14.

 

Programmvorstellung: Mittwoch, 29.09.2022, ab 9:00 im HSI (Rechbauerstraße 12, Tiefparterre)

Kursanmeldung: Donnerstag, 30.09.2022, 11:00 – 03.10.2022, 23:59


 

Workshop 1

Die geborgte Landschaft
Emilian Hinteregger
Typology: Recreation

In der Gartenbaukunst Asiens spielt die umgebende Landschaft für den Entwurf des Gartens eine große Rolle.

Die Landschaft wird nicht nur als Möglichkeit zum Ausblick gesehen, sondern vielmehr als Teil des Gartens in die Planung miteinbezogen. Der Garten bildet den Vordergrund und reagiert mit seinen Elementen gezielt auf die Landschaft, die seinen Hintergrund darstellt. Die Landschaft wird so optisch in den Garten integriert und aktiv in das Erleben des Betrachters miteinbezogen. Die geborgte Landschaft.

Die Tatsache, dass ein Haus die Möglichkeit eines Ausblicks bietet, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Kaum ein Gebäude besitzt keine Öffnungen nach außen. Neben dem Hauptaspekt, Licht und Luft in den Raum einzubringen, ist der damit gesetzte Ausblick in die Landschaft oft nur ein Nebenprodukt. 

Das wollen wir anders machen. Wir entwerfen einen Raum der einzig und allein für das zweckfreie Erleben des Ausblicks da ist. Einen Raum, der aus der umgebenden Landschaft entsteht und sich dabei das Prinzip der geborgten Landschaft zu eigen macht. Wir wollen anhand von unterschiedlichen Landschaftsbildern einen Aussichtsraum entwerfen und uns mit Hilfe von Modellen und Fotografien der gestalterischen Ausformulierung dieses Schwellenraums zwischen innen und außen widmen.

 

Anmeldung: von 30.09.2022, 09:00 – 07.10.22, 23:59


 

Workshop 3

Case popolari
BELT - Evelyn Temmel / Bernhard Luthringshausen
Typology: Housing

Der Wohnungsbau spiegelt die ökonomischen und gesellschaftlichen Tendenzen der unterschiedlichen Epochen wider – von der Gründerzeit um die Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts, über den sozialen Wohnungsbau ab den 1920er Jahren, bis zum Ende des 20. Jahrhunderts und zum Beginn der 2000er Jahre.

Jede dieser Epochen wird durch den Einsatz verschiedener Konstruktionsmethoden, Materialien und Formen bestimmt. Charakteristische Elemente des Wohnbaus wie z.B. das Foyer, das Entree, Stiegenhäuser, Fassaden und Fenster, unterscheiden sich je nach Zeitraum ihrer Entstehung.

Planen und Bauen heißt Weitermachen und Aufbauen auf dem Bestehenden, und Bedingungen schaffen für nachfolgende Entwicklungen. Im Umgang mit Bestandsbauten ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem Bauwerk erforderlich – angereichert mit einer neuen Vision für das Gebäude, lassen sich Prinzipien für eine emanzipierte Planungs- und Bauweise entwickeln, die nicht auf den Totalabbruch und den Neubau ausgerichtet sind, sondern eine neue Nutzungsvielfalt und eine Neueroberung anstreben.

In einer Zeit der Energie- und Ressourcenknappheit sind wir auf der Suche nach einer zeitgemäßen Antwort im Umgang mit dem was unsere Städte zu einem großen Teil ausmacht – Wohngebäude. Was sind die Grundlagen ihrer Architektur? Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung werden ihre Elemente und Bestandteile untersucht, verglichen und damit einhergehende Fragen an einen zukünftigen Umgang und notwendigen Weiterbau der Wohnarchitektur gestellt.

 

Anmeldung: von 30.09.2022, 09:00 – 07.10.22, 23:59


 

Architekturbild im Entwurf


Emilian Hinteregger · Helmut Peßl · Johannes Loidl
Typology: Analysis

Das Bild ist fester Bestandteil der architektonischen und entwerferischen Praxis.

Bilder, die Abstraktes oder noch nicht Sichtbares visuell erlebbar machen, werden am besten mit dem Begriff der „Visualisierung“ beschrieben.

In der Architektur stellt die Visualisierung eine entscheidende Kommunikations- und Präsentationsmöglichkeit für die Projektvermittlung dar, dient aber genauso der kritischen Selbstreflexion und Überprüfung des eigenen Entwurfs. Im Prozess des Visualisierens geht es somit auch darum, sich bewusst mit den Qualitäten des eigenen Entwurfs auseinanderzusetzen, diese zu erkennen, zu schärfen und vor allem atmosphärisch und pointiert darzustellen.

In dieser Lehrveranstaltung soll ein grundlegendes Verständnis für Darstellungsarten und -techniken aufgebaut und der kritisch-analytische Blick auf Architekturbilder geschult werden. Mit grundlegenden, simplen Darstellungstechniken, welche auf die bereits vorhandenen Fähigkeiten der Studierenden aufbauen, werden atmosphärische Architekturvisualisierungen fernab von aufwendigen fotorealistischen Renderings erzeugt.

Nach erfolgreicher Absolvierung der Lehrveranstaltung sind die Studierenden in der Lage Architekturbilder zu analysieren und besitzen ein grundlegendes Wissen über Darstellungsarten und -techniken. Sie können eigenständig atmosphärische Architekturvisualisierungen erstellen, welche die Qualitäten des Entwurfs entsprechend darstellen.



Sommersemester 2022




Wintersemester 2021/22




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