Lisa-Marie Illmer • In Residence



Master Sommersemester 2017
Lisa-Marie Illmer
Projektübung (Studio 2)
Uli Tischler
Typology: Culture

„In Residence“ – so der Titel der neuen Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden alten Bezirksgericht in Montafon. Eine Bereicherung für die einheimische Bevölkerung, Besucher, Schruns selbst und die gesamte Region wird dadurch erzielt, dass Forscher, Künstler, Fotografen und Schriftsteller, durch Stipendien eingeladen werden, sich mit dem Montafon zu beschäftigen und die Gegend zu erforschen. Durch die unterschiedlichen Artists in Residence entstehen Projekte, welche die Region aus immer wieder neuen Blickwinkeln zeigt, und somit eine fortwährende Reflektion und Auseinandersetzung ermöglicht. Es entsteht ein Ort des Austauschs für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Herkunft: Arbeits-, Wohn- und Ausstellungsraum.

Das städtebauliche Ensemble besteht aus dem ehemaligen Bezirksgericht, dem kleinen ehemaligen Waschhaus, dem Holzstall und den zwei neuen Baukörpern. Es wird einerseits ein neuer Platz definiert welcher durch große Bäume und Sitzmöglichkeiten zum Verweilen einlädt, und anderseits eine neue Verbindung durch einen Rad- und Fußgängerweg geschaffen.

Das Erscheinungsbild des Gebäudes wird durch die Freilegung des Fachwerks auf ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt und behält somit ihren Wiedererkennungswert. Im Inneren des Gebäudes wird das Konzept „Haus im Haus“ sofort sichtbar: Ein „Tisch“ auf Stahlrohrstützen wird in die denkmalgeschützte Hülle mit einem deutlichen Abstand zur Außenmauer eingesetzt. Eine radikale Vorgehensweise, durch die bildhaften Ausschnitte der Altbauwände sichtbar werden und die Innenansicht der Lochfassade wie eine Kulisse wirkt. Eine Betonwand zoniert den Erschließungsbereich und den offenen Aufenthalts- und Wohnbereich. Im Erdgeschoss befindet sich der gemeinschaftliche Arbeits- und Aufenthaltsbereich für Bewohner und Besucher. Durch eine Spindeltreppe gelangt man direkt in das Untergeschoss welches frei bespielbar für Ausstellungen, Vorlesungen oder Präsentationen ist.

Der Luftraum in der Mitte des Raumes unterstreicht die Höhe und verbindet die einzelnen Geschosse miteinander. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich jeweils zwei voneinander getrennte Wohnung mit einem gemeinschaftlichen Koch- und Essbereich. Die freie, offene Raum- und Grundrissgestaltung wird durch Vorhänge unterteilt, die Privatsphäre schaffen und einen individuellen räumlichen Rückzugsort ermöglichen. Das Dachgeschoss beeindruckt vor allem durch die sichtbare traditionelle Handwerkskunst des Dachstuhles.

Das Waschhaus bekommt die neue Funktion eines Teehauses in Kombination mit dem alten Stallgebäude, der als geschützter überdachter Terrassenbereich fungiert. Bei den zwei neuen Gebäuden handelt es sich um Ferienhäuser mit hohem räumlich-gestalterischen Anspruch, die Familien aber auch Gruppen einen gemütlichen Aufenthalt ermöglichen. Durch die seitlich geschlossene und nach vorne öffnende Sichtbetonfassade und der zusätzlichen Öffnung von oben, entsteht im Inneren eine stimmungsvolle Atmosphäre. Durch die unterschiedlichen Ausrichtungen der beiden Gebäude fügen sie sich gut in die Umgebung ein und bieten herrliche Ausblicke und sonnige Außenbereiche.


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