Julia Fröhlich



Master Sommersemester 2017
Julia Fröhlich
Projektübung (Studio 2)
Uli Tischler
Typology: Culture

Die Gemeinschaft hat Tradition im Montafon. Beinahe 200 Jahre lang werden 8.864 Hektar Wald vom Stand Montafon bewirtschaftet, gepflegt, verwaltet. Dabei ist die ehrenamtliche Forstarbeit vieler Freiwilliger von großer Bedeutung. Je zwei Wochen pro Jahr wird intensiv aufgeforstet. Währenddessen wohnt man im Waldgebiet in Zelten und einfachen Holzerhütten. Man tritt unweigerlich in Beziehung zum Lebensraum Wald.

Weltweit nimmt eine ähnliche Form der Zusammenarbeit stark zu. Community Supported Agriculture (CSA) ist eine Form der Landwirtschaft, in der gestützt durch eine Gemeinschaft – finanziell und meist auch durch Einbringung von Arbeitskraft – Lebensmittel hergestellt werden. Sowohl im städtischen, als auch im ländlichen Bereich. Ziel ist es, die Produktion von Nahrungsmitteln und deren Auswirkung auf die Umwelt selbst in der Hand zu haben, regionale Wirtschaft zu stärken und Freude an der Natur und der Arbeit mit dieser zu haben. Auch die Effektivität von Projekten dieser Art ist mitunter erstaunlich – so produzieren Gemeinschaften in Toronto zum Beispiel mittlerweile 20 Prozent des Lebensmittelbedarfs der Stadt im urbanen Raum von Hand auf sich dafür eigens angeeigneten Brachen.

Im Montafon spürt man die Naturverbundenheit der Menschen und den Wunsch die langsam gewachsene Kulturlandschaft zu erhalten. Dieses Projekt soll die Bildung von solch starken und produktiven Gemeinschaften, die sich der Landschaft annehmen, sie pflegen und bewirtschaften, fördern, soll sie repräsentieren und als Spielraum Besucher und Interessierte anlocken, sowie Arbeits- und Verkaufsraum sein. Das ehemalige Gericht mit seinem hohen kulturgeschichtlichen Wert wird dafür adaptiert.

Seine Baustruktur soll im Inneren punktuell aufgelöst werden, sodass ein komplexes, offenes Gefüge von Räumen entsteht, welches einen zum Durchlaufen und Erkunden anregt. Wo Erweiterungen der Baustruktur, beziehungsweise der Öffnungen für eine bessere Nutzung nötig waren, wurden Elemente eingesetzt, die sich deutlich von der historischen Substanz abheben. So entsteht ein Layer aus neuen Bauteilen, der sich in den Bestand eingliedert und durch den Kontrast die ältere Bauform lesbar lässt. Elemente die bei jüngeren Renovierungen in weniger wertvoller Form erneuert worden waren, sind teils entfernt worden. Ins Ensemble fügt sich neben dem Waschhaus ein viergeschossiger Neubau mit Hotelzimmer- und Spanutzung für die Gäste des benachbarten Hotels. Seine einfache, bescheidene Form und Materialität hebt sich klar vom Gericht ab, es überragt in der Höhe allerdings nicht die giebelseitige Traufe des Schopfwalmdachs des Gerichts.

Wesentlicher Bestandteil des Konzepts sind auch die umliegenden Flächen, die bepflanzt und abgeerntet werden sollen, und somit möglicher Ausgangs- und Präsentationspunkt eines weiter wachsenden Bepflanzungsprojekts bis zu den Maisäßen, einer neuen innovativ-experimentellen Stufenwirtschaft sein kann. Daneben werden die Flächen zum Aufenthaltsort, zum essbaren Park und öffentliche nutzbaren Grünraum in Ortsmitte.


Institut für Gebäudelehre
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