Julia Fröhlich


Master Wintersemester 2016/17
Julia Fröhlich
Projektübung (Studio 2)
Uli Tischler
Typology: Recreation

Es soll die Produktion sein, die das Geschehen am Hang nordwestlich des Teichs bestimmt – Die lokale Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebensmittel, die Verarbeitung von regionalen Naturprodukten, wie dem Fisch, zu schlichten, prunklosen Köstlichkeiten steht im Vordergrund des Hotelentwurfs. Diese Produktion soll im respektvollen Umgang mit Wasser, Boden und Umwelt geschehen. Anstelle der durch Agrarindustrie und deren Düngepraxis entstandenen Monokulturen wird auf dem zu Verfügung stehenden Grund eine sanft bewirtschaftete, artenreiche Wiesenlandschaft angelegt. – Ein Lebensraum, wie er in Europa gefährdet ist, mit einer Vielzahl an Gräsern und Blütenpflanzen, die wiederum Lebensgrundlage für Insekten sind. Zusammen mit einzelnen Obstbaumgruppen entsteht ein üppiges Angebot an Wildkräutern und Früchten, Blüten und Honig, das Eingang in die Fischwirtküche findet.

 

Der Gast ist eingeladen diesen Prozess der Produktion zu beobachten und in die Teichlandschaft einzutauchen. Fischverarbeitung, Küche, Verkauf, sind transparent gestaltet, lassen Einblicke aus den Nachbarräumen zu und sind durch die Fassade von außen als diese Funktionsräume erkennbar. So baut der Gast über den Tellerrand hinaus Bezug zu seiner Mahlzeit und deren Herkunft auf.

 

Isolation von der Umgebung, wie es in großen Hotelanlagen vorkommt wird durch Gliederung des Betriebs in einzelne Häuser vermieden. Wo es einen höheren Platzbedarf, bzw. direkte Verbindungen bedarf, werden die Baukörper gekoppelt. Die Gebäudepositionen sind weiter vor allem von der, mit der Distanz zum Teich zunehmenden, Privatheit bestimmt. So befinden sich Restaurant und Fischverarbeitung mit ihrem geschäftigen Treiben nah an Teich und Zufahrt, die höher gelegenen Saunalandschaft wird, dem gegenüberstehend, beinahe schon vom ruhig anmutenden Waldsaum umfasst. Das Wegenetz welches die Gebäude verbindet ist, in der Teichwirtschaft typischen, Holzstegen nachempfunden und lädt durch seine über die Schnittpunkte hinausragende Enden zum weiteren Erkunden der Landschaft ein. An dessen südöstlichen Ende ist ein Teichhaus vorgeschlagen, nach dem Konzept der Hotelanlage gestaltet, allerdings für die Nutzung durch die Öffentlichkeit.

 

Die Räume im Inneren der Bauten verzahnen sich miteinander, besonders in den gekoppelten Häusern und sollen stets unterschiedliche Blickwinkel und Raumgefühle erzeugen. Durch Öffnungen im Dach und durch Höfe gelangt zusätzliches Licht ins Innere. Die Ausstattung ist schlicht gehalten, massives Holz und weiß gekalkte Wände prägen die Räume.


Institut für Gebäudelehre
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