Barbara Mayr



Master Wintersemester 2016/17
Barbara Mayr
Projektübung (Studio 2)
Uli Tischler
Typology: Recreation

Das Thema der traditionellen Karpfenzucht in der Südsteiermark formuliert sich im Falle der Gemeinde Arnfels in der Form der Reaktivierung eines Karpfenteiches. Dadurch soll die Gemeinde als ein Zentrum in der Genussregion Südsteiermark ergänzend zu Wein und Hopfen wieder etabliert werden.

 

Das Konzept setzt sich intensiv mit der umgebenden (Kultur)landschaft auseinander und greift so das Narrativ dieser zwei Erscheinungsformen auf: einerseits die bewaldeten Hügelketten und andererseits die darin eingebettete Kulturform der Teichwirtschaft. Die Lage der beiden Gebäude unterstreicht durch die Positionierung in der Landschaft und die Verbindung mit dieser die einzelnen Qualitäten der verschiedenen Kulturformen.

 

Der Fischwirt – als öffentlicher Bereich – wird am Teich und zum großen Teil über die Wasseroberfläche hinausragend geplant und macht so das Thema des Wassers im Innen sowie auf der vorgelagerten Terrasse spürbar. Am Hügel wird das Gästehaus als privaterer Rückzugsort in den Hang hinein gerückt und steht eng mit dem Bächlein und dem ihn umgebenden Wald in Verbindung.

 

Die Orientierung der Gebäude richtet sich wiederum nach den örtlichen Gegebenheiten um eine Vielfalt an Aussichten zu generieren: vom Gastraum des Fischwirtes hat man Arnfels, den See und die umgebenden Hügelketten im Blickfeld; beim Gästehaus orientieren sich die nach Osten gerichteten Zimmer auf die gegenüberliegenden Hänge und nach Westen zum Waldrand hin.

 

Die Form entwickelt sich aus der vernakulären, regional typischen Bauform des eingeschossigen Hofhauses mit steilem Satteldach. Die so entstandenen zwei Baukörper werden in weiterer Folge durch einzelne Raumvolumina gegliedert. Dadurch entstehen geschlossene Raumzellen die über allgemeine Erschließungsflächen mit angegliederten Aufenthaltsräumen verbunden werden.

 

Die Materialauswahl ergab sich aus Impressionen der umgebenden Landschaft: satte Grüntöne finden sich bei den Wald- und Wiesenpflanzen und werden im Gebäudeinneren in den Bewegungszonen in Form von matten Naturstein aus Serpentin interpretiert. Als ruhiger Kontrapunkt wird unbehandelte Weißtanne an Boden, Wand und Decke eingesetzt. An der Fassade und in den Außenbereichen findet man als Kontrast zum satten Grün der Natur unbehandelte Lärchenschalung und Konglomerat bzw. Kies für Freiflächen und Wege.

 

Die Lichtführung wird vor allem durch die Öffnung der Giebel entlang der gesamten Gebäudelänge definiert: durch das Filtern über die horizontalen Lamellen werden die im Laufe eines Tages sich immer wieder veränderten Lichtsituationen bis tief im Gebäudeinnere wahrnehmbar.


Institut für Gebäudelehre
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