Die Lehrveranstaltung richtet den Blick auf jene oft übersehenen Räume der Stadt, die unsere alltägliche Infrastruktur bilden: Übergänge, Restflächen und Orte des Selbstverständlichen. Diese „infraordinären“ Umgebungen prägen soziale und räumliche Erfahrungen leise und nachhaltig.
Ausgangspunkt ist eine gemeinsam erarbeitete Dokumentation – ein Atlas der Erinnerungen, der flüchtige Erzählungen, verschollene Orte und transformierte Strukturen versammelt. Die Auseinandersetzung mit diesen Stadträumen ist ein Akt der Anerkennung: Sie macht ihren Wert sichtbar und bildet eine Grundlage für Pflege, Weiterdenken und Bewahrung.
Im Rahmen der Architekturtage werden ausgewählte Orte gemeinsam mit dem Kollektiv circa. – Initiative für Umbaukultur bearbeitet. Betonabdrücke, Siebdruck, Zeichnung, Fotografie und Text fungieren als Übersetzungen urbaner Situationen. Es entstehen Stadtabdrücke – materielle und immaterielle Artefakte der Stadt.
Die entstehenden Stadtabdrücke werden im Haus der Architektur ausgestellt. Zwischen Abdruck, Archiv und Ausstellung entsteht ein Raum, in dem Stadt erinnert, gelesen und weitergedacht wird.
Erinnerung ist eine Form von Fürsorge.
Fotografie: Tom Biela