zwischen.den.zeilen. • Transformation einer Zeilentypologie





Studienjahr 2021/22
Alice Selbach
Masterarbeit
Hans Gangoly
Typology: HousingHybridRecreation

zwischen.den.zeilen. zeigt einen Weg auf, der „Unorte“ zwischen Innenstadt und Suburbs, entstanden aufgrund eines veralteten städtebaulichen Leitgedankens der Moderne, durch präzise Interventionen aktivieren kann. Diese Orte können sich zu vernetzten, belebten und zum Großteil selbst versorgenden Quartieren entwickeln, welche für sich und für die Umgebung einen Mehrwert schaffen.

Die Transformation der Grottenhof Siedlung ist der Versuch, die Wandlung eines solchen Ortes aufzuzeigen: das monofunktionale Wohngebiet, in dem nebeneinander in identitätslosen Zeilen gelebt wird, in ein Miteinander in ein attraktives Quartier zu verwandeln.

Das Erdgeschoss wird dem Quartier zugeordnet. Durch Einschnitte werden die Räume zwischen den Zeilen verbunden und schaffen eine Querverbindung zu der starken Linearität der Zeile. Mit der Setzung der Zwischengebäude werden unterschiedliche Raumqualitäten programmiert. Es ergeben sich öffentliche Plätze, Spielplätze, Vorplätze, Anbauflächen und intime Rückzugsmöglichkeiten, von der Urbanität über Agrarflächen bis zu grünen Oasen. Mit der Anreicherung an Angeboten in der Erdgeschosszone und den Zwischengebäuden wird diese räumliche Vielfalt durch Nutzungen wie Läden, Produktionsstätten, Büroflächen, Lebensmittelgeschäften und Essensangeboten ergänzt. Das monofunktionale Wohngebiet wandelt sich zu einem multifunktionalen Quartier. Es erlaubt Wohnen, Arbeit, Freizeit, Produktion und Verkauf an einem Ort. Mit Überschneidungen der Funktionen ergeben sich Räume, in denen ein Aufeinandertreffen verschiedener Parteien gefördert wird. Durch zufällige Begegnungen zwischen diesen, entsteht ein zuvor unerwarteter Austausch, von dem alle profitieren können. Es kann ein neue Art des Miteinander wachsen.

Soziale Interaktion ist das Fundament eines Quartieres, eine Gemeinschaft aus Bewohnern und Besuchern, die hier leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Diese Gemeinschaft findet sich in jeder Zeile wieder. Es bildet sich ein immer intimeres Zusammenkommen. Als kleinster Baustein gilt die Wohngemeinschaft. Die Bewohner, als Hauptakteure des Quartieres, müssen sich wohlfühlen. Sie müssen bereit sein, eine Nachbarschaftsgemeinschaft aufzubauen und zu leben.

Neben sozialen Aspekten wie Kulturaustausch, Gesundheit und dem Wohlfühlfaktor, sind auch der Umgang mit Material, Biodiversität einschließlich einem Wassermanagement wichtige Bestandteile eines zirkulären Stadtbausteines. Die Selbstversorgung durch regenerative Energie, sowie der Anbau und die Herstellung eigener Lebensmittel müssen ebenfalls mit bedacht werden.

Die zuvor genannten Aspekte sind nicht auf den Maßstab eines Quartier beschränkt. Mit der Entstehung eines florierender Quartiersbaustein, ist der Start eines Stadtwandels gegeben. Das komplexe und interaktive Geflecht einer produktiven und zirkulären Stadt stützt sich auf dessen Flexibilität und Adaptivität damit es nachhaltig bestehen bleibt.


Institut für Gebäudelehre
Technische Universität Graz

TU Graz

Sekretariat 
aufgrund der aktuellen COVID-19 Beschränkungen nur nach Voranmeldung

Mo – Fr 9.00 – 12.00
theuer@tugraz.at
T: +43(0)316/873-6291
F: +43(0)316/873-6297

Lessingstrasse 25/IV
A-8010 Graz
UID: ATU 574 77 929
Impressum
Datenschutzerklärung