Zum ewigen Frieden • Ein architektonischer Entwurf



Studienjahr 2017/18
Antun Jankovic
Masterarbeit
Andreas Lechner
Typology: Recreation

Im 20. und 21. Jahrhundert werden wir Zeugen der Erscheinung der eigenschaftslosen Stadt – Funktionen und Rollen eines Gebäudes oder eines Raumes lassen sich kaum noch erahnen. Dieses Identifikationsproblem durch den Verlust gesellschaftlich-funktioneller und damit planungsbestimmender Hierarchisierung ist eine wesentliche Folge der spätkapitalistischen Ideologie, die auch als Neoliberalismus umschrieben wird. Unter neoliberalen Rahmenbedingung werden „kollektive Produkte“ für unterschiedliche NutzerInnen „flexibel“ entworfen und bilden damit die unsteten und verunsicherenden Dynamiken ab, die in einer zur lebenslangen Flexibilität aufgerufenen Gegenwartsgesellschaft vorherrschen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit hic et nunc relevanten und aktuellen Thematiken der „generic city“ in der Architektur – d.h. gleichzeitig mit vorherrschenden Krisen- und Konfliktsituationen als politische Grundbedingung unserer Zeit – in vier Kapiteln, die in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert werden. Im ersten Kapitel sind architektonische, ökonomische, politologische, sozial- und ideengeschichtliche Themen integriert, während in nachfolgenden Kapiteln die typologischen Aspekte des Hotels im Vordergrund stehen. Das Potenzial des Hotels wird als Projekt eines politischen und kulturellen Raums, der Handlungsfähigkeit durch die Bereitstellung von Verhandlungsorten ermöglicht, herausgearbeitet. Als öffentlicher Raum und typologische Form der eigenschaftslosen Stadt, lässt das Hotel eine Reflexion der politischen Herrschaft und Verwaltung, Kapitalismus und Monopolisierung zu. Eine Synopse über die ersten beiden Kapitel, dient als theoretisches Fundament für den zweiten Teil des Buches, das im dritten Kapitel den historischen Kontext des Projektorts – die Entwicklung der Stadt Zagreb und seiner städtebaulichen Fragmente – in verschiedenen Maßstäben beleuchtet und das Zusammenspiel wirtschaftlicher, sozialer und politischer Fragen illustriert. Das letzte Kapitel dieser Arbeit formuliert ein architektonisches Projekt als Kritik: Politiker, Journalisten, WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und sogar AktivistenInnen sollten sich vielmehr mit dem Krieg als mit dem Frieden beschäftigen. Ist nicht das Hotel jener Ort an dem Konflikte – fortlaufende Ausnahmesituationen – geklärt werden? Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dieser Problematik nicht im Sinne einer „Lösung“ von Konflikten, sondern zielt drauf ab, mit einem architektonischen Entwurf die Gestaltung eines neutralen Orts, eine räumliche Infrastruktur vorzuschlagen, in der Konflikte ausgetragen werden können ohne dabei (naiv oder bewusst) den Umstand heutiger postpolitischer Praktiken auszublenden.


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