Ich möchte nicht alleine alt werden

Studienjahr 2013/14
Elisabeth Gaenge
Masterarbeit
Hans Gangoly
Typology: Analysis

Ich möchte nicht alleine alt werden! Mit diesem Satz begann meine Recherche nach den Möglichkeiten, die es heute für gemeinschaftliches Wohnen im Alter gibt. Wo liegen die einzelnen Schwerpunkte? Haben diese Wohnformen am Ende mehr Nach- als Vorteile? Was kosten die einzelnen Varianten jeden beteiligten Bewohner, die Gemeinschaft aber auch die Volkswirtschaft? Bei dieser Suche tat sich vor mir eine Vielzahl von interessanten und abwechslungsreichen Beispielen auf. Aber wieviel Gemeinschaft, bezogen auf die private Individualfläche, bieten die einzelnen Projekte? Wie ist die Gemeinschaft organisiert? Und findet am Ende jeder, mit verschiedenen finanziellen Mitteln und unterschiedlichen Vorstellungen, sein Projekt für ein gemeinschaftliches Leben im Alter oder ist es in Form von Seniorenresidenzen nur den besser verdienende bestimmt? Vielfalt und Herausforderungen: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erreichte eine ganz neue Generation das Rentenalter. Sie waren aufgewachsen in den goldenen Jahren der Nachkriegszeit und Teil des Wiederaufbaus Europas. Sie werden von diesem neuen Sozialstaat finanziell abgesichert, auch im Alter. Ältere Menschen haben heute mehr Geld zur Verfügung als jede andere Generation vor ihnen. Und sie haben noch ein Geschenk erhalten: ein langes Leben und damit eine lange gesunde Phase des Alters. Die Zeit, ab dem Renteneintritt, kann also noch vielfältiger genutzt werden, als das noch bei ihren Eltern oder Großeltern der Fall war. Außerdem haben diese Menschen zwischen den 60er- und 80er-Jahren viele Veränderungen miterlebt. Frauenrechte, freie Liebe, Studentenwohngemeinschaften und Mauerfall. Sie haben mit kleinen Bewegungen die Dinge verändert und waren sehr erfolgreich darin. Heute sind sie zwischen 50 und 65. Was nicht bedeutet, dass ihre Lebenserwartung schon erreicht ist. Sie haben viel Zeit und auch Lust sich darüber Gedanken zu machen, wie man das Leben nach dem Renteneintritt gestalten kann und wie man sich gegen eventuelle Probleme wie Pflegebedürftigkeit und Einsamkeit nach dem Auszug der eigenen Kinder absichern kann. In diesem Zuge gewinnen gemeinschaftliche Wohnprojekte im Alter immer mehr an Bedeutung. Auch wenn ihre tatsächlich reduzierte Zahl immer noch sehr gering ist, wie in dieser Arbeit gezeigt wird. Aber es gibt gute Beispiele, die funktionieren und ein Vorbild sein können, für alle, dich ihre Wünsche nach Gemeinschaft im Alter realisieren wollen. Dennoch ist die Vielfalt, und auch die damit verbundenen Herausforderungen, enorm groß. Jeder kann das für ihn passende Projekt finden, wenn er sich vorher gut überlegt, was die Prioritäten sind und wie weit die finanziellen und körperlichen Ressourcen reichen. Am Ende dieser Arbeit steht eine Antwort auf die Frage „Wie kann ich am Besten in Gemeinschaft alt werden?“ Der erste Teil beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen. Wichtig hierbei ist vor allem zu verstehen, wie das Altwerden funktioniert und welche gravierenden Unterschiede es zwischen einem 65-Jährigen und einem pflegebedürftigen 85-Jährigen gibt. Dazu kommen die passenden Wohnmöglichkeiten nach den Bedürfnissen jedes Einzelnen. Am Ende will ich den Schwerpunkt der gemeinschaftlichen Wohnprojekte im Alter noch einmal vertiefen und ihre Vielfalt aufzeigen. Diese theoretische Annährung ist meine Grundlage für die Bearbeitung der ausgewählten Beispiele im zweiten Teil dieser Masterarbeit. Ich habe vor allem versucht eine möglichst breite Palette an Beispielen auszuwählen, um sämtliche Kriterien von Privatheit/Gemeinschaft, Kosten über Standort und Bauweise zu beleuchten. Die Zusammenfassung bietet in Form von Graphiken, einer Tabelle und eines Fragebogens eine detailierte Übersicht zu meinen Ergebnissen. Hiermit kann man das Thema weiter vertiefen und möglichst eigene Antworten finden. Die Viefalt der Projekte wird zu Zukunnft sicherlich noch größer werden.


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