Forschung

„[G]liedere man die Wissenschaft nach ihren Zielen, also in theoretische und angewandte Wissenschaften, so gehöre die Architektur zu den angewandten Wissenschaften: sortiere man nach der Methode, also nach induktivem oder deduktiven Vorgehen, gehöre die Architektur zu den empirischen oder Erfahrungswissenschaften, die über Experiment, Versuch und Irrtum, Variantenbildung, Verifizierung und Falsifizierung zu ihren Ergebnissen kämen. [...] Aber sämtliche Analogien verdecken nur die grundlegenden Unterschiede: – Wissenschaft untersucht vorhandene Phänomene (bekannte und unbekannte), Architektur bringt neue Phänomene hervor. Architektur ist keine Wissenschaft, sondern eine Tun-schaft. – Wissenschaft schafft Wissen (immateriell), Architektur schafft Räume und Körper (materiell). – Ziel der Wissenschaft ist die Vermehrung von allgemeingültigem Wissen, Ziel der Architektur ist die Lösung spezieller Bauaufgaben. – In der Wissenschaft gelten objektive Gesetze oder Gesetzmäßigkeiten, der fertige Entwurf ist immer die Summe subjektiver Auswahl- und Verknüpfungsentscheidungen.“


Fischer, Günther: Architekturtheorie für Architekten. Die theoretischen Grundlagen des Faches Architektur (= Bauwelt Fundamente, 152), Basel: 2014, S. 50f



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